Lohnsteuerjahresausgleich durch den Arbeitgeber

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Inhaltsverzeichnis

LohnsteuerjahresausgleichDer Lohnsteuerjahresausgleich war vor kurzem noch für jeden Arbeitgeber Pflicht, der mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigte. Nach § 39b Abs. 2 Satz 7 EStG darf die Oberfinanzdirektion zulassen, dass die Lohnsteuer nach dem voraussichtlichen Jahresarbeitslohn ermittelt wird (sog. permanenter Lohnsteuerjahresausgleich). Mit unserem Lohnsteuerrechner können Sie den Lohnsteuerabzug von Ihrem Arbeitslohn und Ihre zu erwartende Steuererstattung können Sie mit dem Einkommensteuerrechner berechnen.

 

Voraussetzung für den Lohnsteuerjahresausgleich

Voraussetzung für den permanenten Lohnsteuerjahresausgleich ist, dass

  1. der Arbeitnehmer unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist,
  2. dem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers vorliegt,

  3. der Arbeitnehmer seit Beginn des Kalenderjahrs ständig in einem Dienstverhältnis gestanden hat,
  4. die zutreffende Jahreslohnsteuer (> 38a Abs. 2 EStG) nicht unterschritten wird,
  5. der Arbeitnehmer kein Kurzarbeiter- oder Winterausfallgeld, keinen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach dem Mutterschutzgesetz oder § 4a Mutterschutzverordnung oder einer entsprechenden Landesregelung, keine Entschädigung für Verdienstausfall nach dem lnfektionsschutzgesetz, keine Aufstockungsbeträge nach dem Altersteilzeitgesetz und keine Zuschläge auf Grund § 6 Abs. 2 des Bundesbesoldungsgesetzes bezogen hat,
  6. im Lohnkonto kein Großbuchstabe U eingetragen ist,
  7. im Kalenderjahr nicht sowohl die ungekürzte als auch die gekürzte Vorsorgepauschale zu berücksichtigen sind und
  8. der Arbeitnehmer keinen Arbeitslohn bezogen hat, der nach einem Doppelbesteuerungsabkommen oder nach dem Auslandstätigkeitserlass von der deutschen Lohnsteuer freigestellt ist. Auf die Steuerklasse des Arbeitnehmers kommt es nicht an.

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Lohnsteuerjahresausgleich Genehmigung

Sind die in Satz 2 bezeichneten Voraussetzungen erfüllt, so gilt die Genehmigung für den Lohnsteuerjahresausgleich der Oberfinanzdirektion grundsätzlich als erteilt, wenn sie nicht im Einzelfall widerrufen wird. Die besondere Lohnsteuerermittlung nach dem voraussichtlichen Jahresarbeitslohn beschränkt sich im Übrigen auf den laufenden Arbeitslohn; für die Lohnsteuerermittlung von sonstigen Bezügen sind stets § 39b Abs. 3 EStG und R 119 anzuwenden.

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Verfahren Lohnsteuerjahresausgleich

Zur Anwendung des besonderen Verfahrens ist nach Ablauf eines jeden Lohnzahlungszeitraums oder - in den Fällen des § 39b Abs. 5 EStG - Lohnabrechnungszeitraums der laufende Arbeitslohn der abgelaufenen Lohnzahlungs- oder Lohnabrechnungszeiträume auf einen Jahresbetrag hochzurechnen, z. B. der laufende Arbeitslohn für die Monate Januar bis April x 3. Von dem Jahresbetrag sind der Versorgungs-Freibetrag (> 19 Abs. 2 EStG) und der Altersentlastungsbetrag (> 24a EStG), wenn die Voraussetzungen für den Abzug jeweils erfüllt sind, sowie nach Maßgabe der Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte ein etwaiger Jahresfreibetrag abzuziehen oder ein etwaiger Jahreshinzurechnungsbetrag hinzuzurechnen.

Für den verbleibenden Jahreslohn ist die Jahreslohnsteuer zu ermitteln. Dabei ist die auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Steuerklasse maßgebend. Sodann ist der Teilbetrag der Jahreslohnsteuer zu ermitteln, der auf die abgelaufenen Lohnzahlungs- oder Lohnabrechnungszeiträume entfällt. Von diesem Steuerbetrag ist die Lohnsteuer abzuziehen, die von dem laufenden Arbeitslohn der abgelaufenen Lohnzahlungs- oder Lohnabrechnungszeiträume bereits erhoben worden ist; der Restbetrag ist die Lohnsteuer, die für den zuletzt abgelaufenen Lohnzahlungs- oder Lohnabrechnungszeitraum zu erheben ist.

In den Fällen, in denen die maßgebende Steuerklasse während des Kalenderjahrs gewechselt hat, ist anstelle der Lohnsteuer, die vom laufenden Arbeitslohn der abgelaufenen Lohnzahlungs- oder Lohnabrechnungszeiträume erhoben worden ist, die Lohnsteuer abzuziehen, die nach der zuletzt maßgebenden Steuerklasse vom laufenden Arbeitslohn bis zum vorletzten abgelaufenen Lohnzahlungs- oder Lohnabrechnungszeitraum zu erheben gewesen wäre. In den Fällen, in denen ein Freibetrag oder Hinzurechnungsbetrag auf der Lohnsteuerkarte nicht mit Wirkung vom Beginn des Kalenderjahrs eingetragen worden ist, sind Abweichungen gegenüber der Lohnsteuerermittlung nach § 39b Abs. 2 EStG auszugleichen, wenn das Dienstverhältnis vor Ablauf des Kalenderjahrs endet.

Weitere Informationen zum Lohnsteuerjahresausgleich finden Sie in den Lohnsteuerrichtlinien.

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